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der Bewegung des Kindes die Grundlage für dessen emotionale, soziale und kognitive Entwicklung. „Wer seinen Gleichgewichtssinn nicht entwickelt, verliert auch die seelische Balance. Bewegungsstörungen gehen einher mit einer Verzögerung der Sprachentwicklung. Fazit: Eine Gesellschaft, die die Sinnesentfaltung ihrer jungen Generation nicht fördert, beschneidet zugleich ihre intellektuellen Fähigkeiten.“ (Zit. nach Struck, 1997) Viele Kinder bewegen sich heute zu wenig oder falsch. Sie durchsitzen ihre Kindheit und sind damit in ihrer gesamten Lernentwicklung benachteiligt.
Um das dritte Lebensjahr sagen die Kinder dann - oft von einem Tag auf den anderen - „Ich“. Das Kind löst sich damit aus dem Einssein mit der Welt: Ein „Ich“ braucht ein „Du“. Die bisherige Einheit wird zur Zweiheit, ein Inneres und ein Äußeres entsteht, ein Jetzt, ein Früher, ein Später. Sinnvolle Handlungsabfolgen des Erwachsenen, eine gute Sprechweise und die Möglichkeit für eigenes Tätigsein im Spiel fördern die Denkaktivität des Kindes. Spielzeug, das ein Kind in seiner Funktionalität noch nicht durchschauen kann, Computer, kompliziertes technisches Spielzeug oder Fernsehen halten sie auf.

Kindheit ist Spielzeit
Das Spiel des ganz kleinen Kindes, noch vor dem Kindergartenalter, ist bestimmt durch das Verlangen, alles in spielende Tätigkeit umzusetzen, was es über seine Sinne aufnimmt. Wahrnehmen und Tun gehören noch ganz eng zusammen. Das Spiel des kleinen Kindes ist weitgehend zweckfrei, es ist reine Tätigkeit - und dabei lernt das Kind die Dinge der Welt vorurteilsfrei kennen: Stoffe, Formen und Farben, die Elemente der Natur und physikalische Gesetze wie Statik oder Schwerkraft. Die Spielmaterialien, mit denen kleine Kinder umgehen, sollten „echt“ und in ihrer Formgebung noch nicht fertig ausgestaltet sein, damit die Sinne, die Phantasie, die Vorstellungen nicht getäuscht, sondern angeregt werden. Im Kindergarten, etwa zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr, tritt zu dieser ersten Spielphase mehr und mehr die erwachende Phantasie des Kindes hinzu. Das Wahrgenommene wird jetzt innerlich bewegt, umgeformt und spielend neu gestaltet. Das Kind wird zum Schöpfer einer neuen, seiner eigenen Welt. Der Psychologe William Stern nennt die kindliche Phantasie die Schöpferkraft des Menschen und bemerkt, dass der Mensch in dieser frühen Lebensphase diese Kraft so einsetzen kann, wie nie mehr in seinem späteren Leben.
Diese Phantasiekraft gilt es zu pflegen, damit sie nicht in Monotonie und Sinnlosigkeit verkommt. Dazu gehören zum Beispiel sinnhafte Geschichten, Phantasie anregendes, das heißt freilassendes